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Studien mit Bezug zum THTR
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Kritische Studien zur Kernenergie und auch speziell zum Konzept des Hochtemperatur-, Kugelhaufenreaktors gab es von Anfang an. Nicht alle Studien jedoch schafften es an die Öffentlichkeit, andere wurden diskreditiert...
Harvard T.H. Chan School of Public Health - 23. Februar 2026
2026 - Nationale Analyse der Krebssterblichkeit und der Nähe zu Kernkraftwerken in den Vereinigten Staaten
Angesichts des erneuten Interesses an Kernenergie als kohlenstoffarme Energiequelle ist es wichtig, die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen des Lebens in der Nähe von Kernkraftwerken zu verstehen. Hier zeigen wir, dass US-Counties, die näher an in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken liegen, höhere Krebssterblichkeitsraten aufweisen als die weiter entfernten. Anhand landesweiter Mortalitätsdaten aus den Jahren 2000 bis 2018 bewerten wir langfristige räumliche Muster der Krebssterblichkeit in Bezug auf die Nähe zu Kernkraftwerken unter Berücksichtigung sozioökonomischer, demografischer, verhaltensbezogener, umweltbezogener und gesundheitsbezogener Faktoren. Die Krebssterblichkeit ist in mehreren Altersgruppen sowohl bei Männern als auch bei Frauen höher, wobei die stärksten Zusammenhänge bei älteren Erwachsenen, Männern im Alter von 65 bis 74 Jahren und Frauen im Alter von 55 bis 64 Jahren zu beobachten sind. Unsere Ergebnisse lassen zwar keine Kausalität erkennen, unterstreichen jedoch die Notwendigkeit weiterer Forschungen zu potenziellen Expositionswegen, Latenzeffekten und krebspezifischen Risiken und betonen, wie wichtig es ist, diese potenziell erheblichen, aber übersehenen Risiken für die öffentliche Gesundheit anzugehen.
[...] Ergebnisse
Nähe zu Kernkraftwerken
Abbildung 1 zeigt die Nähe zu Kernkraftwerken auf Kreisebene.

Schätzungen für das Jahr 2000, die die durchschnittliche Nähe über einen Zeitraum von 10 Jahren der Summe der inversen Entfernung zu Kernkraftwerken (in Kilometern) veranschaulichen. Nähe zu in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken. Die Nähe wurde berechnet, indem die inversen Entfernungsgewichte aller Kernkraftwerke innerhalb von 200 km um jedes Kreiszentrum summiert wurden. Kreise, die näher an mehreren Kernkraftwerken lagen, wiesen höhere geschätzte Näherungswerte auf, was durch die dunklere Schattierung auf der Karte angezeigt wird. Während die Entfernung zum nächstgelegenen Kraftwerk eine Rolle spielte, trug auch die kumulative Nähe zu mehreren Kraftwerken zu den Unterschieden zwischen den Kreisen bei. Bezirke im Mittleren Westen, Nordosten und Teilen des Südostens wiesen die höchste Nähe zu Kernkraftwerken auf, während Regionen im Westen und in den Great Plains aufgrund der spärlichen Verteilung von Kernkraftwerken eine geringere Nähe aufwiesen.
[...] Tabelle 1 fasst die Gesamtzahl der Krebstodesfälle nach Nähe zu Kernkraftwerken zusammen, aufgeschlüsselt nach Altersgruppe und Geschlecht.

Die geschätzte Zahl der zurechenbaren Krebstodesfälle war in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen mit 591 (95 % KI: −538, 1696) bei Frauen und 260 (95 % KI: −753, 1248) bei Männern am niedrigsten. Die Belastung stieg mit zunehmendem Alter progressiv an und erreichte ihren Höhepunkt in der Altersgruppe der 65- bis 74-jährigen Frauen (13.976; 95 % KI: 6885, 20.959) und der 65- bis 74-jährigen Männer (20.912; 95 % KI: 12.591, 29.109).
2015 - INWORKS-Studie - Leukämie schon bei geringster Strahlung
Studie an Arbeitern in Atomkraftwerken belegt krebserregende Wirkung niedriger Strahlendosen.
Es gibt keine unschädliche Dosis: Schon geringste Belastungen durch ionisierende Strahlung reichen aus, um auf Dauer das Leukämie- und Lymphomrisiko zu erhöhen. Das belegt die bisher größte Studie zu diesem Thema an mehr als 300.000 Arbeitern in Atomkraftwerken. Entgegen gängiger Annahme gibt es dabei keine Untergrenze und eine anhaltende Niedrigdosis wirkt genauso krebserregend wie eine einzige höhere Akutbelastung, wie die Forscher im Fachmagazin "Lancet Haematology" berichten.
2013 - Strahleninduzierte genetische Effekte nach Tschernobyl und in der Nähe von Nuklearanlagen
Studie zu "Niedrigdosisstrahlung" vom Münchener Helmholtz Zentrum aus dem Jahre 2013
Fazit: “Niedrigdosisstrahlung” erhöht die Anzahl der Totgeburten und Fehlbildungen sowie das sekundäre Geschlechtsverhältnis im wesentlichen linear
Die Resultate tragen dazu bei, die vorherrschende Meinung zu widerlegen, dass strahleninduzierte genetische Effekte beim Menschen erst noch nachgewiesen werden müssten.
2011 - Epidemiologische Auffälligkeiten um Kernkraftwerke: Synoptische Analyse
Von Alfred Körblein
Seit Veröffentlichung der Ergebnisse der KiKKStudie vor 3 Jahren wurden zwei weitere epidemiologische Studien veröffentlicht, eine zu Fehlbildungen bei Neugeborenen um Kernkraftwerke und eine zum Geschlechterverhältnis bei der Geburt um bayerische Kernkraftwerke. Beide Studien bestätigen die bei der KiKK Studie gefundene Abstandsabhängigkeit, wenn auch wegen kleiner Fallzahlen nicht alle Einzelbefunde statistisch signifikant sind. Eine gemeinsame Analyse der drei Datensätze mit einem nichtlinearen Abstandsmodell (Rayleighverteilung) ergibt eine hochsignifikante Abstandsabhängigkeit des Risikos mit einem Maximum des Effekts zwischen 3 und 5 Kilometern.
2008 - Inhärente Störfälle und Radioaktivitätsabgaben bei der HTR-Linie!
Von Dr. Rainer Moormann
Eine neue Untersuchung des Wissenschaftlers Rainer Moormann über den Betrieb des 1988 stillgelegten Thorium Hochtemperaturreaktors (THTR) AVR in Jülich stellt nicht nur die gesamte bisherige offizielle Sicherheitsarchitektur dieser Reaktorlinie in Frage, sondern erschüttert die Aussagen der internationalen Atomgemeinde über die Vorzüge der neuen Generation IV-Reaktoren in ihren Grundfesten.
2007 - Die KiKK-Studie
Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken
Am Deutschen Kinderkrebsregister (DKKR) wurde beginnend im Jahr 2003 eine epidemiologische Fall-Kontrollstudie durchgeführt, in der untersucht werden sollte, ob Krebs bei Kindern unter 5 Jahren in der unmittelbaren Umgebung von Kernkraftwerken häufiger ist als in größerer Entfernung ...
Deutsches Kinderkrebsregister
Leitung: Dr. Peter Kaatsch
(KiKK-Studie) Abschlussbericht
Zusammenfassung
Teil 1 (Fall-Kontroll-Studie ohne Befragung)
Teil 2 (Fall-Kontroll-Studie mit Befragung)
1988 - Das „Benecke-Gutachten“
zum THTR Hamm und AVR Jülich
Im Jahr 1988 erstellte Professor Jochen Benecke im Auftrag der Elektrowatt Ingenieurunternehmung für den Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie in NRW ein 261 seitiges Gutachten, das wegen seines hochbrisanten Inhaltes mehr als zwanzig Jahre lang verheimlicht wurde: „Kritik der Sicherheitseinrichtungen und Sicherheitskonzepte des THTR 300 in Hamm und des Versuchsreaktors Jülich (AVR)“.
Benecke und seine beteiligten Kollegen (Peter Breitenlohner, Dieter Maison, Michael Reimann, Erhard Seiler) attestierten sowohl dem AVR als auch dem THTR die Neigung zu Tschernobyl-ähnlichen Explosionen bei Wassereinbruchstörfällen. Gegenüber der AVR-Expertengruppe (2014) haben das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und AVR keinerlei Unterlagen vorgelegt, die die Einschätzung von Benecke widerlegen, wie die Expertengruppe ausdrücklich feststellte.
1988 - Sicherheits-, Proliferationsprobleme und spezielle Unfallrisiken beim HTR
Juni 1988 - Auszüge aus dem Gutachten von Lothar Hahn -
Kapitel 8.) Proliferationsprobleme bei der HTR Linie
Kapitel 6.) Sicherheitsprobleme und Unfallrisiken des HTR-Modul und anderer Hochtemperaturreaktoren
In sicherheitstechnischer Hinsicht werden dem HTR, insbesondere aber den kleinen Hochtemperaturreaktoren HTR-Modul und HTR-100, Wunderdinge nachgesagt. Von interessierter Seite werden Behauptungen in die Welt gesetzt, die einer genauen Überprüfung nicht standhalten. Propagandafeldzüge beherrschen die Sicherheitsdebatte in der Öffentlichkeit, die notwendige differenzierte Betrachtung ist bisher unterblieben.
1986 - HTR-Studie des Öko-Institut Freiburg
August 1986 - Herausgeber: Öko-Institut Freiburg -
Der Thorium-Hochtemperaturreaktor in Hamm und die geplanten Hochtemperaturreaktor-Varianten.
Bewertung von Bedarf und zugehörigen Einsatzstrategien in der Bundesrepublik Deutschland.
Autoren: Günther Frey, Uwe Fritsche, Andreas Herbert, Stephan Kohler
1986 - Grundsätzliche Sicherheitsprobleme
beim Hochtemperaturreaktor und besondere Defizite beim THTR-300
Juni 1986 - Lothar Hahn
Zur angeblichen "inhärenten" Sicherheit des HTR Seit den Anfängen der Hochtemperaturreaktor-Entwicklung wird von interessierter Seite versucht, der Öffentlichkeit zu suggerieren, der HTR sei "inhärent" sicher. Diese geschickt eingefädelte Werbestrategie hat ohne Zweifel einen gewissen Erfolg gehabt, denn sie hat zu einer – selbst in der Atomenergiedebatte – beispiellosen Desinformation geführt. Wie kaum eine andere Behauptung der Atomindustrie beruht sie auf wissenschaftlich nicht haltbaren Annahmen und auf unzutreffenden Schlussfolgerungen.
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